Zum Brüllen: Die Kreativitätslosigkeit in der Filmwelt

Und dann auch noch die erfolgreiche Kreativitätslosigkeit in der Filmwelt. Fangen wir mal mit dem Kinojahr 2017 in Deutschland an. Die Top 10 der erfolgreichsten Filme 2017 in Deutschland sieht folgendermaßen aus:

  1. Fack ju Göhte 3 = Fortsetzung
  2. Ich einfach unverbesserlich 3 = Fortsetzung
  3. Star Wars – Die letzten Jedi = Fortsetzung
  4. Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe = Fortsetzung
  5. Die schöne und das Biest = Remake
  6. Fast and Furious 8 = Fortsetzung
  7. ES = Remake
  8. Pirates of the Caribbean – Salazars Rache = Fortsetzung
  9. Guardians of the Galaxy Vol. 2 =  Fortsetzung
  10. Baywatch = Reboot

Da wird Euch vermutlich etwas aufgefallen sein.
Kein einziger alleinstehender Film in den deutschen Top 10.
International siehts da nicht viel anders aus. Fack ju Göhte 3 wurde leider nicht weltweit gezeigt, sonst hätte der natürlich abgeräumt…

Versteht mich nicht falsch. Ich mag Filmreihen. Aber wenn die einzige Existenzberechtigung einer Fortsetzung darin besteht, dass sie den Studios ordentlich Geld in die Kassen spielt, ist das für mich ein Grund sich aufzuregen.

Und was meine ich mit erfolgreicher Kreativitätslosigkeit? Nun, die Studios machen mehr Geld denn je und das mit eher durchschnittlichen Filmen. Eben weil sie sich auf ein erwiesenermaßen erfolgreiches Fundament, wie die Star Wars Saga oder das Marvel Cinematic Universe stützen. Somit geht die Kreativität im Geldrausch unter. Aber wir – die Konsumenten – sind nicht unschuldig an dieser Entwicklung. Wir sind schließlich diejenigen die lieber in Fack ju Göhte 3 gehen, anstatt Get Out (Platz 59) eine Chance zu geben. So zeigen wir, dass wir lieber nochmal Elias M’Barek oberkörperfrei über die Leinwand flimmern sehen wollen, als einen kreativen Stand-alone Film. (Um ehrlich zu sein habe ich Fack ju Göhte 3 nicht gesehen, also ist das alles mehr so EURE Schuld!)

Jedenfalls traut sich die Filmlandschaft nicht mehr an mutige Einzelprojekte, sondern setzt lieber auf garantierten Erfolg durch Reboots, Remakes und Fortsetzungen erfolgreich etablierter Franchises. Daher hoffe ich, dass sich in Zukunft etwas ändert und wieder neue Ideen und frischer Wind in die Kinos kommen. Auch sollte der Film wieder zu einer Kunst werden und nicht bei der Massenabfertigung von jetzt bleiben. Bei Filmen, wie Inglorious Basterds, Interstellar oder Shutter Island sieht man wie Kamera, Dialog, Musik und Story eher kreativ und anders in den Film eingewoben werden. Bei Filmen, wie Captain America: Civil War, Pirates of the Caribbean 5 oder Justice League fällt auf, dass auf Qualität oder Kreativität in Sachen Dialog oder Story verzichtet wird.

Die Frage ist auch, ob sich das momentane Konzept mit den zukünftigen Ansprüchen des Publikums vereinen lässt. Ich sehe mich nicht in ein paar Jahren in Star Wars Episode 42 gehen. Irgendwann muss Schluss sein. Nur scheint das Hollywood noch nicht ganz verstanden zu haben. Mein Eintrag hier aber schon.

Euer Niklas

 

Titelbildquelle: http://www.sdb-film.de/2011/02/marcus-off-jack-sparrows-deutsche.html – 25.01.2018

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