Fusioon! – Der neue deutsche Games-Verband

Auch wenn ich nie ein Fan von „Dragonball“ oder „Digimon“ war, darf ich heute über eine Fusion reden. Davor muss ich aber ein wenig ausholen:

Bisher hatte die deutsche Gamesindustrie zwei Verbände.
Der BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) war – salopp gesagt – der Verband der Publisher Deutschlands.
Publisher sind Firmen, welche andere Entwickler mit Geld und/oder ihrer Marketingabteilung und/oder ihrer Erfahrung dabei unterstützen, Spiele zu entwickeln. Dafür bekommen sie Anteile an den Erlösen eben dieser Spiele.
Der BIU also war der Verband, der gegenüber der Politik die Ansichten der größeren Games-Firmen vertrat. Deswegen verfügte der BIU auch immer über relativ hohe Geldsummen und konnte sich zum Beispiel eigene Angestellte leisten. Unter anderem waren sie dazu noch Träger der alljährlichen Kölner Spielemesse „Gamescom“.

Der „G.A.M.E.“ (Bundesverband der deutschen Games-Branche) dagegen gab sich eher als der Vertreter der kleinen Studios. Vor allem Indies fanden hier ein offenes Ohr. Er war ideeller Träger der Entwicklerkonferenz Deutsche Gamestage/ Quo Vadis und richtete zudem denjährlich vergebenen Deutschen Computerspielepreises mit aus. Allerdings hatte der G.A.M.E. nur ehrenamtliche Mitabeiter und keine starken Geldmittel zur Verfügung.


Diese zwei unterschiedlichen Verbände führten zu einem Problem: Immer wenn die Verbände eine Anfrage auf eine wirksame Förderung der Games-Industrie in Deutschland stellten, konnte sich die Politik damit herausreden das Ganze erst mit dem anderen Verband abklären zu müssen. Aus meiner ganz persönlichen Sicht wusste ich zudem nie, wer denn jetzt der wichtigere oder unterstützenswertere Verband war. Ein Fusionsansatz vor einigen Jahrens scheiterte und zwischen den beiden Verbänden entstand eine Art Rivalität.
Das hat jetzt aber ein Ende:
Am 29.01.2018 gaben die Verbände bekannt, von nun an als ein Verband unter dem Namen „game – Verband der deutschen Games-Branche“ weiterzumachen.

Bildergebnis für game bundesverband der deutschen games branche
Bildquelle: https://www.game.de/blog/2018/01/29/zusammenschluss-von-biu-und-game-gemeinsamer-verband-vertritt-ab-sofort-die-interessen-der-gesamten-deutschen-games-branche/ – 03.02.2018 – 00:05 Uhr

Das ist Grund zur Hoffnung und Freude. Ein einzelner, starker Verband könnte für eine stärkere Förderung in Deutschland sorgen. Indie-Studios müssten nicht mehr so sehr um ihre Existenz fürchten, es könnte eine Lohnerhöhung in der Branche geben und vielleicht gibt es endlich Hoffnung auf qualitativ hochwertige AAA-Spiele aus Deutschland.

Alles in allem ist dies ein historischer Tag für die deutsche Spieleindustrie – auch wenn wir die Folgen erst in einigen Jahren sehen können und auch erst dann wissen, ob sich die Situation zum positiven geändert hat.
Falls euch das Thema interessiert und ihr mehr wissen wollt als meine kleine Zusammenfassung hier, empfehle ich euch die Website des neuen Verbandes oder den Artikel zur Fusion von gameswirtschaft.de. Zudem hat gamespodcast.de eine ca. 50-minütige Podcastfolge zur Fusion herausgebracht, in der eines der Vereinsmitglieder namens Wolfgang Walk mit dem Games-Journalist Andre Peschke über das Ereignis spricht (dieses Gespräch befindet sich allerdings hinter einer Bezahlschranke).

Euch ein schönes Wochenende noch,

Euer Felix

Titelbildquelle: https://www.wikihow.com/Fusion-Dance-in-Dragonball-Z-(Video-Game)– 02.02.2018 – 23:55 Uhr

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